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Pressespiegel SV Görlitz 1990

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Erstmals 78 Schachspieler aus fünf Nationen beim XVII. Äskulap-Turnier

Polnischer Großmeister triumphierte/Bester Görlitzer auf Platz 25

Vier Tage lang wurde hochkarätiges Schach im evangelischen Jugendhaus Wartburg geboten

Der polnische Großmeister (GM) Jurij Zezulkin gewann hauchdünn vor den drei Internationalen Meistern (IM) Leonid Voloshin (Tschechien), Zbigniew Ksieski (Polen) und Grigori Bogdanovich (Russland). Alle vier Spieler verfügten nach den absolvierten sieben Runden im Schweizer System über jeweils 5,5 Punkte. Erst die Feinwertung ergab den Vorrang für den einzigen Großmeister im Starterfeld, der, wie auch alle anderen ausländischen Spieler, seine schachlichen Lorbeeren eher in deutschen Landen, vornehmlich in der Bundesliga, verdient. Das stark besetzte Feld ließ selbst bei den Führenden keine makellose Bilanz zu. Bereits in der ersten Runde musste der russische Vorjahressieger IM Grigori Bogdanovich in ein Unentschieden gegen den nur an Nummer 45 gesetzten Dresdner Torsten Bobe einwilligen. Und auch der ukrainische IM Myroslaw Shvartz hatte seine liebe Mühe mit dem Görlitzer Oswald Bindrich. Auch hier blieb es bei einer Punkteteilung.
Für die größte Überraschung des Turniers sorgte aber Ulrike Heymann, eine ehemalige Görlitzerin, die mittlerweile für den Dresdner SC in der 1. Damen-Bundesliga spielt. Ihr gelang in der vierten Runde eine überzeugende Vorstellung gegen den bis dahin Führenden IM Leoinid Voloshin. Dieser Sieg katapultierte sie vorübergehend sogar an die Spitze des Klassements. Nach vielen Anläufen konnte sie durch diese Partie endlich den Schachtitel "Internationale Meisterin" erwerben.
Sowohl für den Vorjahressieger IM Grigori Bogdanovich als auch für den zweimaligen Turniergewinner IM Henryk Dobosz reichte es dieses Mal nicht zur Spitzenposition, aber auf den Plätzen vier und elf kamen beide immerhin noch in den Genuss des Preisfonds. Die wertzahlstärkeren Neueinsteiger GM Jurij Zezulkin und IM Leonid Voloshin bestimmten in diesem Jahr das Geschehen beim Kampf um den Turniersieg, der mit 1000 DM prämiert wurde. Bester Görlitzer wurde Oswald Bindrich auf Rang 25. Er behielt bis zur letzten Runde Kontakt zur Spitzengruppe. In der Schlusspartie verließ ihn aber seine sonst brillante Turnierkondition.
Günter Pätzold, Präsident des Görlitzer Schachvereins konnte während der Siegerehrung auf eine 17-jährige Erfolgsgeschichte dieses österlichen Turniers zurückblicken. Mit 78 angemeldeten Schachsportlern markierte dieser schachliche Höhepunkt erneut einen Teilnehmerrekord. Aber auch die Substanz hat wiederum einen Schritt zugelegt. Neben einem Großmeister waren erstmals fünf Internationale Meister aus fünf Ländern am Start. Der erst neunjährige deutsche Vizemeister der U10, Falko Bindrich, verwöhnte am Schachbrett sowohl Turnierteilnehmer wie auch Besucher mit "schachlichen Gourmethäppchen".
Den Anstrich des regionalen Geheimtipps hat das Turnier längst verloren, ohne aber das immer noch vorhandene familiäre Image einzubüßen. Ein Markenzeichen, auf das der Veranstalter nach wie vor größten Wert legt. In den letzten Jahren hat diese Veranstaltung bundesweiten Bekanntheitsgrad erworben und fokussiert sich zunehmend auf mehr Internationalität. Beim XIV. Äskulap-Turnier 1997 war mit Henryk Dobosz erstmalig ein Internationaler Meister unter der Teilnehmerschar vertreten, der sich zweimal hintereinander den Turniersieg sichern konnte. Im vergangenen Jahr begrüßte der Görlitzer Schachverein zum ersten Mal einen Großmeister, der aber das Äskulap nicht gewinnen konnte. Erst mit Beendigung der 17. Auflage dieses Traditionsturniers gelang es einem Großmeister, sich in die Liste der Äskulap-Gewinner einzutragen.
Parallel zum "großen" Turnier wurde dieses Jahr bereits zum vierten Mal ein Breitenschachturnier organisiert. 14 Freizeitspieler und ehemalige Aktive bewarben sich hierbei mit großem Interesse um den zu vergebenden "Pokal der Apotheken". Nach fünf gespielten Runden siegte Andreas Rothardt mit 4,0 Punkten, einem halben Punkt Vorsprung vor dem Pokalverteidiger Andreas Steinert und Jürgen Günzel. Besonderer Beliebtheit erfreute sich erneut das Kinderturnier. Der Einladung des Görlitzer Schachvereins waren 38 Kinder mit ihren Eltern gefolgt. Auch hier verzeichnete der Veranstalter eine Beteiligung auf Rekordniveau. Gespielt wurde deshalb in zwei Altersstufen. Jeder Mitspieler bekam am Ende dieser Veranstaltung einen Preis als Erinnerung mit nach Hause. Paul Nitsche setzte sich in der älteren Gruppe durch, Stephan Rösner gewann in der jüngeren.
Der Görlitzer Schachverein bedankt sich bei Schirmherr Prof. Dr. Rolf Karbaum, Oberbürgermeister der Stadt Görlitz sowie Ulf Großmann, Bürgermeister für Kultur und Soziales, der dieses Turnier zum zehnten Mal eröffnet hat. Weiterer Dank gilt allen Sponsoren, Spendern, Organisatoren und zahlreichen Helfern sowie den lokalen Medien für die große Unterstützung.
Zum ersten Mal eröffnete das Äskulap-Turnier die internationalen Tage des Schachs ("InterSchachTage Görlitz-Zgorzelec"), die noch bis zum 25. Juni andauern. Nächster Höhepunkt ist die innerhalb der Freizeitmesse der Stadt Görlitz stattfindende "Simultan- und Großfeldschach-Veranstaltung" auf dem Marienplatz am Samstag, dem 27. Mai, um 10 Uhr. (Christof Beyer)

Turnierergebnisse XVII. Äskulap-Turnier:

Rangfolge Teilnehmer Punkte
1. Platz GM Jurij Zezulkin 5,5
2. Platz IM Leonid Voloshin 5,5
3. Platz IM Zbigniew Ksieski 5,5
4. Platz IM Grigori Bogdanovich 5,5
5. Platz Ulrike Heymann 5,0
6. Platz IM Myroslaw Shvartz 5,0
... ... ...
25. Platz Oswald Bindrich 4,0
26. Platz Christof Beyer 4,0
51. Platz Bernd Bauer 3,0
53. Platz Ullrich Praum 3,0
54. Platz Bernd Kießlich 3,0
58. Platz Andreas Krakow 3,0
65. Platz Thomas Liebs 2,5
69. Platz Jonas Schindler 2,0
70. Platz Peggy Flemming 2,0
74. Platz Marcus Hassa 2,0
75. Platz Marcus Prox 2,0

Pokal der Apotheken (14 Teilnehmer):

bullet1. Andreas Rothardt (4,0 Punkte)
bullet2. Andreas Steinert (3,5 Punkte)
bullet3. Jürgen Günzel (3,5 Punkte)

Kinderturnier (38 Teilnehmer):

Gruppe 1:
bullet1. Stephan Rösner (4,0 Punkte)
bullet2. Robert Schneider (3,0 Punkte)
bullet3. Stefan Adler (3,0 Punkte)

Gruppe 2:
bullet1. Paul Nitsche (4,5 Punkte)
bullet2. Christian Rösler (4,5 Punkte)
bullet3. Katharina Seener (4,0 Punkte)

Quelle: Görlitzer Amtsblatt 10/2000

© 2001-2006 Anett Sänger *** Schachverein Görlitz 1990 e. V.
letzte Aktualisierung am 02. April 2006