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Pressespiegel SV Görlitz 1990

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Mit den weißen Steinen kommt Katharina Weiß besser zum Zuge. Foto: P. Wilhelm

SZ-Sportlerumfrage

Bretter, die die Welt bedeuten

Kandidaten vorgestellt: Schachspielerin Katharina Weiß

Von Carola Gerlach

Dass Katharina Weiß eine Schachspielerin ist, sieht man dem gertenschlanken Mädchen mit dem wippenden Pferdeschwanz nicht unbedingt an. Aber es ist in der Tat so, dass sich die Zwölfjährige sehr gern mit Denkaufgaben beschäftigt und stundenlang darüber knobelt. Diese Vorliebe beschert der Schülerin vom Görlitzer Joliot-Curie-Gymnasium nicht nur sehr gute Noten im Mathe-Unterricht, sondern auch große Erfolge am Brett mit den 64 schwarzen und weißen Feldern. Vom Papa wurde das Talent schon in jungen Jahren erkannt und gefördert. Damals wohnte Familie Weiß noch in Sachsen-Anhalt. Weil Katharina mit ihren sechs Jahren schon ganz schön fix beim Denken und Begreifen war, wurde sie gleich in die zweite Klasse eingeschult und übersprang die erste. „An Görlitzer Schulen weht aber ein anderer Wind", schätzt Katharina mittlerweile ein. Sie muss für gute Noten nun richtig büffeln. Trotzdem bleibt noch genügend Zeit, um beim Görlitzer Schachverein zu trainieren. Zweimal pro Woche für jeweils zwei Stunden übt sie die besten Züge, die den Gegner schachmatt setzen könnten. Vom Ex-Schachweltmeister Bobby Fischer ist das Nachwuchstalent von der Neiße begeistert. „Von ihm hatte ich mein erstes Lehrbuch, das mich richtig fasziniert hat." Von diesem amerikanischen Großmeister hat sich das Mädchen einiges abgeguckt, das ihr schon viele Siege am Schachbrett beschert hat. „Ganz wichtig sind Spieleröffnungen, mit denen man die Kontrahenten schnell mal überraschen kann", lautet eine ihrer Taktiken. Für ihren Heimatverein sammelt die Zwölfjährige natürlich in der U16-Mannschaft Punkte im Kampf um den Sachsenmeistertitel. Aber auch bei den Erwachsenen verstärkt sie die Reihen in der dritten Mannschaft vom Schachverein Görlitz 1990. Dort sitzt sie gemeinsam mit ihrem Vater Andreas an den Brettern, die für sie die Welt bedeuten. „Lange wird es nicht mehr dauern, bis ich gegen meine Tochter gar keine Chance mehr habe", mutmaßt der Pädagoge mit einem Schmunzeln. Friedlich trennt man sich im heimischen Wohnzimmer bei so mancher Übungspartie remis. So bleibt die gute Laune im Hause Weiß erhalten. Besonders stolz ist man dort auf Katharinas Entwicklungssprung in diesem Jahr. Völlig überraschend wurde sie sächsische Landesmeisterin in ihrer Altersklasse und durfte zur Belohnung vor kurzem zur Jugend-Schachweltmeisterschaft nach Griechenland fahren. Mit einem 46. Platz von 88 Teilnehmern kehrte sie als beste Deutsche vom Championat zurück.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 2. Januar 2003

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letzte Aktualisierung am 28. Januar 2007