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Pressespiegel SV Görlitz 1990

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Großmeister-Hattrick

Der weißrussische Großmeister Jurij Zezulkin holt beim Äskulap-Turnier den dritten Sieg in Folge

Von Thomas Liebs
Jurij Zezulkin
Er kam, sah und siegte. Und das bereits zum fünften Mal. Großmeister Jurij Zezulkin vom brandenburgischen SV „Glück Auf“ Rüdersdorf gewann am Sonnabend die 22. Auflage des internationalen Äskulapturniers des gastgebenden Schachvereins Görlitz.
22 Jahre Äskulap; zwei plus zwei macht vier. Eine Erfolgsformel nicht nur für 2005. Äskulap, Apothekenturnier, Äskulap-Junior und Freizeitturnier; zwei Hauptturniere und zwei Nebenturniere in vier Tagen, an denen insgesamt 187 Schachspieler aus sechs Nationen und acht Bundesländern um die Podiumsplätze wetteiferten.

Äskulap-Open
Kiebitze gibt es auch beim Schach. Den Spielern scheint es nicht zu gefallen. Jeder versucht auf seine Art und Weise, die Konzentration zu behalten.

Kiebitze gibt es auch beim Schach. Den Spielern scheint es nicht zu gefallen. Jeder versucht auf seine Art und Weise, die Konzentration zu behalten. (Fotos: P. Wilhelm)

Im großen Äskulap-Open konnten 91 Teilnehmer begrüßt werden. Nach der feierlichen Eröffnung durch den Präsidenten des SV Görlitz Günter Pätzold sowie dem Vizepräsidenten des Schachverbandes Sachsens Siegfried Müller und dem Kulturamtsleiter der Stadt Görlitz, Stefan Waldau startete auch gleich die erste Runde. Die ersten Runden verliefen in geordneten Bahnen, die Titelträger gaben sich keine Blöße gegen die vermeintlich schwächeren Spieler. Doch bereits in der dritten Runde setzte der Topfavorit ein erstes Zeichen. Jurij Zezulkin gewann seine Partie gegen den internationalen Meister Grigori Bogdanovich und setzte sich zusammen mit fünf anderen Meistern an die Tabellenspitze. In der fünften Runde kam es zum Spitzenspiel zwischen dem bis dahin mit der Maximalpunktzahl führenden Henryk Dobosz und Jurij Zezulkin. Nach stundenlangem Ringen endete auch diese Partie unentschieden. Dahinter ging es ungemein eng zur Sache, denn nicht weniger als zehn Spieler, alle nur mit einem halben Punkt Rückstand auf den ersten Platz, wollten ihre Ambitionen nicht zurückstecken. Spannung war also für den Finaltag garantiert.
Zezulkin remisierte gegen einen schwächeren Spieler. Dagegen war Dobosz mit dem Unentschieden gegen den lettischen Großmeister Zigurds Lanka durchaus zufrieden. Vor der Finalrunde führten nun der tschechische Großmeister Leonid Voloshin gemeinsam mit Dobosz vor gleich 13 (!) Verfolgern mit einem halben Punkt Rückstand.
Das Duell der beiden Spitzenreiter in der Finalrunde endete erwartungsgemäß Remis. Doch an den folgenden Brettern gab es harte Duelle, in denen IM Josef Pribyl aus Prag, FM Mike Stolz aus Magdeburg und GM Jurij Zezulkin gewinnen konnten, während alle anderen Titelträgerkollegen remisierten, so dass am Ende eine Sechsergruppe mit jeweils 5,5 von 7 Punkten an der Spitze stand. Nun musste die Feinwertung entscheiden. Doch auch nach der ersten Feinwertung sind Jurij Zezulkin und Mike Stolz wertungsgleich und nur dank eines kleinen Vorsprungs in der zweiten Feinwertung gewann schließlich GM Jurij Zezulkin das Turnier und nahm bei der Siegerehrung die Glückwünsche des Kulturbürgermeisters der Stadt Görlitz Ulf Großmann entgegen. Und neben seinem fünften Sieg in den letzten sechs Jahren schafft er als erster Teilnehmer den Hattrick, den Gewinn von drei Turnieren in Folge. Ein Ereignis, das im Schachsport, zumindest bei großen internationalen Turnieren, nicht oft anzutreffen ist und damit noch an Wert gewinnt.
Enttäuschend dagegen waren die Resultate der Görlitzer Teilnehmer. Jonas Schindler und Ullrich Praum erspielten sich jeweils nur 2,5 Punkte und landeten auf den Plätzen 71 und 80. Einzig Peggy Flemming dürfte mit ihrer Leistung zufrieden sein. An Platz 90 gesetzt erkämpfte sie sich im Turnierverlauf drei Punkte und belegte schließlich einen guten 68. Rang.

3. Apothekenturnier
Paul Nitsche belegte beim Apothekenturnier den dritten Platz.

Paul Nitsche belegte beim Apothekenturnier den dritten Platz.

In dem Wertzahl begrenzten Turnier für alle Schachspieler mit einer DWZ bis 1800 versuchten dieses Jahr 54 Spieler ihr Glück auf den 64 Feldern. Vorjahressieger Ralf Rennert aus Freital ging dabei erneut als Favorit ins Rennen. Doch der Turnierverlauf zeigte, dass auch dieses Turnier in der Breite an Spielstärke deutlich zugenommen hat.
Nach dem gleichen Modus wie das Äskulap ausgetragen, wurden die ersten drei Runden recht ausgeglichen gespielt. Aber ab der vierten Runde setzte sich ein Trio mit jeweils vier Punkten an die Spitze: Paul Nitsche vom SV Görlitz, Rainer Kalbaß vom SC 90 Niesky und Eduard Dreyer vom Löbauer SV. In den folgenden Runden verteidigte das Trio seine Spitzenposition. Allerdings konnte sich Eduard Dreyer nach einem Sieg in Runde sechs von den anderen beiden absetzen, die ihre Partien jeweils nur zum Unentschieden brachten. Damit genügte dem Löbauer ein Remis in der Schlussrunde, und der Turniersieg war perfekt, auch, weil die Verfolger ebenfalls über ein Remis nicht mehr hinauskamen. Somit siegte Eduard Dreyer vor Rainer Kalbaß und dem 17-jährigen Paul Nitsche, der trotz alledem ein wenig enttäuscht war, da er in seiner Partie gegen Kalbaß den Gewinnweg nicht gesehen hatte und so nur ein Remis erspielte, was ihn im Rennen um den Sieg etwas zurückgeworfen hat. Andreas Krakow, Anett Sänger und Daniel Reimann sorgten mit ihren Endplatzierungen 7, 9 und 10 für ein gelungenes Ergebnis der Görlitzer Schachspieler. Dagegen war Ralf Rennert mit Rang 11 alles andere als zufrieden.
Weitere Görlitzer Platzierungen: 15. Siegfried Lorenz, 25. Werner Strozewski, 36. Thomas Richter, 41. Manfred Arlt.

Äskulap-Junior

Dieses Jahr konnten im Kinderturnier 32 Teilnehmer aus dem gesamten Landkreis und sogar darüber hinaus begrüßt werden. Gespielt wurde in den Altersklassen U10 und U14 über fünf Runden. Nach anstrengendem Kampf gingen beide erste Plätze nach Leutersdorf an Tobias Schönfelder (U10) und Tim Meier (U14).

Freizeitturnier

Auch hier galt es erst, fünf Runden Kopfarbeit zu absolvieren, bevor der Sieger gekürt werden durfte. Sieger wurde schließlich Ronny Herrmann aus Kodersdorf.

187 Schachspieler ließen das XXII. Äskulap erneut zu einem sportlichen Großevent in der Neißestadt werden. Eine gelungene Veranstaltung für Organisatoren, Sponsoren und Spieler; dies war aus vieler Leute Munde zu hören.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 29. März 2005

© 2001-2007 Anett Sänger *** Schachverein Görlitz 1990 e. V.
letzte Aktualisierung am 12. April 2007