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Pressespiegel SV Görlitz 1990

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Schachelite trifft sich in Görlitz

Die Görlitzer Spieler zeigen bei allen Turnieren eine solide Leistung

von Jonas Schindler

Die Tische des 23. Äskulapturniers waren voll mit hochkarätigen Denksportlern.
Die Tische des 23. Äskulapturniers waren voll mit hochkarätigen Denksportlern. (Fotos: P. Wilhelm)

Ungeschlagen gelang es dem ukrainischen Großmeister Sergej Ovsejevitsch, Sachsens zweitgrößtes Schachturnier in Görlitz für sich zu entscheiden und damit die Siegesserie des Internationalen Großmeisters (lGM) Jurij Zezulkin zu brechen. Vier Tage lang rangen Schachspieler aus ganz Europa in allen Leistungsklassen um ausgefallene Eröffnungen, strategische Endspiele und taktische Opfervarianten, um sich in einem der vier Turniere durchsetzen zu können. Mit 215 Teilnehmern - vom Internationalen Großmeister bis zum Freizeitspieler - stellte das Äskulap-Turnier einen neuen Teilnehmerrekord auf und gilt damit deutschlandweit als eines der größten Osterturniere.

23. Äskulap-Open

Spannend wie schon lange nicht mehr gestaltete sich die 23. Ausgabe des Görlitzer Spitzenturniers, welches mit 100 Spielern in der Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr weiter zulegen konnte.
Schon kurz nach der Eröffnung am Mittwoch durch den Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulick brachten die ersten Spiele einige überraschende Resultate. So musste sich FIDE-Meister Gunter Spieß in der ersten Runde mit einer Punkteteilung gegen die zuvor deutlich schwächer eingeschätzte Gabriele Just begnügen, während Topfavorit IGM Andre Maksimenko im zweiten Durchgang gegen Steffen Ranft verlor, da es ihm nicht gelang, seine gute Stellung in der vorgegebenen Zeit zu verwerten. Aber auch für IGM Jens-Uwe Maiwald, IM Krzysztof Zolnierowicz und FM Thomas Schunk rückte der Traum vom Treppchen in weite Ferne, nachdem sie schon so früh jeweils einen halben Punkt abgeben mussten.

Erfolg für Ovsejevitsch

Ein besonderes Zeichen in Richtung Turniersieg setzte Sergej Ovsejevitsch in der vierten Runde: Es gelang ihm, IM Anatoli Donchenko, der bis dahin ebenfalls keinen Zähler vergab, auf die Bretter zu schicken und sich damit seinen vierten Punkt zu sichern.

Viel Spannung am letzten Tag

Am Freitag kam es dann zur Spitzenbegegnung mit Ovsejevitschs ärgstem Verfolger Davit Lobzhanidze, bei der beide Spieler ihren ersten halben Zähler abgaben. Damit versprach der letzte Spieltag viel Spannung. Vier Verfolger schlossen sich mit einem halben Zähler Abstand der Spitzengruppe aus Qvsejevitsch, Lobzhanidze und Voloshin mit jeweils 4,5 Punkten an. Nachdem sich auch in der sechsten Runde an den Spitzenbrettern keiner der Spieler durchsetzen konnte, rückte das Verfolgerfeld weiter auf. Mit jeweils fünf Zählern hatten jetzt noch vier internationale Titelträger den Turniersieg vor Augen. Doch als sich Davit Lobshanidze nach einiger Zeit mit Leonid Voloshin auf eine Punkteteilung einigte, genügte Sergej Ovsejevitsch am Spitzenbrett ein Remis gegen Jakub Czakon, um den Spitzenplatz erklimmen zu können. Mit 5,5 Zählern gewinnt somit der Internationale Großmeister Sergej Qvsejevitsch aus der Ukraine punktgleich vor seinen Konkurrenten IM Davit Lobzhanidze und IM Jakub Czakon. Obwohl sie wie der Turniersieger 5,5 Zähler erspielen konnten, verpassten IGM Leonid Voloshin, FM Gunter Spieß und IGM Andre Maksimenko die Medaillenränge auf Grund der schlechteren Feinwertung,
Vorjahressieger IGM Jurij Zezulkin, der das Äskulap bereits fünf Mal für sich entscheiden konnte, blieb unter seinen Erwartungen und musste sich trotz eines Sieges in der letzten Runde mit einem elften Platz zufrieden geben.

Bester Görlitzer auf 48. Platz

Bester Görlitzer wurde der 19-jährige Jonas Schindler als 48. Er konnte selbst einem Internationalen Meister einen halben Punkt abtrotzen und errang mit 3,5 Punkten den ersten Preis in seiner Leistungskategorie. „Es war eine sehr große Motivation, in meiner Heimatstadt zu spielen", sagte er nach dem Turnier, „ich habe diese Saison auch schon mehr gespielt als sonst und war dadurch super vorbereitet. Und Glück gehört natürlich auch immer dazu."
Mit jeweils drei Zählern erreichten Hannelore Neumeyer und Paul Nitsche die Plätze 67 und 71. Auch einige andere Görlitzer belegten hintere Plätze, die bei einem so stark besetzten Turnier immer noch akzeptable Leistungen darstellen.
Bei der Siegerehrung nach Ende der letzten Runde gratulierten Vereinspräsident Günter Pätzold, der Vorsitzende des Görlitzer Sportausschusses Günther Friedrich und der Ehrenpräsident des Schachverbandes Sachsen Siegfried Müller allen Siegern und Platzierten, würdigten den guten Turnierverlauf und richteten den Blick schon aufs nächste Jahr.

4. Apotheken-Turnier

Andreas Krakow wurde guter Dritter des Apothekenturniers
Andreas Krakow wurde guter Dritter des Apothekenturniers

Auch das Apotheken-Turnier konnte im Vergleich zum Vorjahr weitere Teilnehmer gewinnen, 57 Spieler kämpften vier Tage lang um den ersten Platz dieses wertzahlbegrenzten Turniers.
Nachdem Topfavorit Ralf Rennert schon in der ersten Runde unterlag, war die erste Überraschung dieses Turniers bereits komplett. Gegen den deutlich schwächer eingeschätzten Enrico Karnstädt leistete sich der an Brett eins gesetzte Freitaler eine gewaltige Schlappe, die ihn im Kampf um den Turniersieg weit zurückwerfen sollte. Auch den Görlitzern Andreas Krakow und Anett Sänger gelang es nicht lange, sich in der Spitzengruppe zu halten. Sie gaben schon in der zweiten Runde einen ganzen beziehungsweise halben Punkt ab. So schien sich der Turniersieg zwischen Gerda Strate und Martin Wapenhans zu entscheiden, die erst in der fünften Runde im Spiel gegeneinander einen halben Zähler abgaben.
Doch am letzten Spieltag kamen beide kurz vor der Ziellinie ins Stolpern. Gerda Strate musste sich Alexander Bulano geschlagen geben, und Martin Wapenhans gelang es nicht, seine Stellung gegen Ralf Rennert zu halten, der seit seiner Niederlage zu Beginn alle Partien für sich entschied.

Zäher Kampf um den Sieg

In der letzten Runde trafen nun Ralf Rennert und Alexander Bulano aufeinander, die nach ihren Siegen vom Vormittag mit jeweils fünf Punkten die Tabelle anführten. Nach zähem Ringen gelang es dann schließlich dem Turnierfavoriten, seinen Konkurrenten zu bezwingen und somit den ersten Tabellenplatz vor Gerda Strate (5,5) und dem Görlitzer Andreas Krakow (5,5) zu erkämpfen. Nachdem der Neißestädter in der zweiten Runde unterlag, gelang es ihm mit drei Siegen in Folge wieder zur Spitzengruppe aufzuschließen und den wohlverdienten dritten Platz zu erobern. Anett Sänger erreichte mit fünf Punkten einen guten vierten Rang und verpasste damit einen Platz auf dem Treppchen nur knapp.
Die restlichen Görlitzer Spieler blieben hinter den Erwartungen zurück, so mussten sich Daniel Reimann (4) und Georg Rönsch (4) mit mäßigen 24. und 26. Plätzen begnügen. Auch Bernhard Mersiowsky gelang es nicht zu überzeugen. Obwohl er in den ersten drei Partien siegreich war, kam er nicht über Platz 33 hinaus. Manfred Arlt wurde mit ebenfalls drei Punkten 40. Thomas Richter erreichte mit drei Punkten den 43. Platz, Philipp Noack wurde mit nur einem Zähler 55.

Äskulap-Junior

Beim Äskulap-Junior nahmen dieses Jahr 42 Jugendliche aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus teil. Es wurden fünf Runden ausgefochten, in denen sich bei den unter Zehnjährigen Jonas Gottschling und in der U14 Jonas Dünzel als Sieger durchsetzten, der sich diese Saison als Gastspieler für Görlitz verdient machte. Mit fünf Punkten gewannen beide Nieskyer ihre Gruppen, ohne auch nur einen halben Zähler abgeben zu müssen.

Freizeit-Turnier

Beim Freizeit-Turnier maßen 16 nichtaktive Schachspieler ihre Kräfte. Auch hier galt es erst, sieben Runden Kopfarbeit zu absolvieren, bevor der Sieger gekürt werden durfte. Sieger wurde schließlich Fabian Braunstein aus Leutersdorf.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 18. April 2006

© 2001-2007 Anett Sänger *** Schachverein Görlitz 1990 e. V.
letzte Aktualisierung am 12. April 2007