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Pressespiegel SV Görlitz 1990

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Sportler des Jahres 2006 - Unsere Schachspielerinnen

Drei Damen rücken vor

Das Damen-Team der 2. Bundesliga des Schachvereins Görlitz

von Ullrich Martin

Die polnischen Spielerinnen Elzbieta Balkiewicz (links) und Dominika Hermanowicz haben großen Anteil am Erfolg der Görlitzer Bundesliga-Damen.
Die polnischen Spielerinnen Elzbieta Balkiewicz (links) und Dominika Hermanowicz haben großen Anteil am Erfolg der Görlitzer Bundesliga-Damen.

Sie kommen aus Legnica und Wroclaw und heimsen die meisten Punkte für den Görlitzer Bundesligisten ein. Und das an den ersten drei Brettern. „Ohne unsere polnischen Spielerinnen könnten wir kaum die zweite Liga halten", sagt Teamgefährtin Anett Sänger. Die 40-jährige Görlitzerin betont dabei besonders das Wort „unser". Denn Dominika Hermanowicz, Anna Socha und Elzbieta Balkiewicz sitzen nicht als Gastspieler am Brett, sondern sind ordentliche Vereinsmitglieder. „Wir verstehen uns sehr gut. Die Drei zeigen, trotz ihrer Klasse, keine Überheblichkeit. Jede achtet die Andere." Vereinspräsident Siegfried Müller bestätigt das und lacht: „Der Teamgeist stimmt. Es gibt keinen Zickenkrieg. Schließlich sind auch unsere heimischen Damen nicht von Pappe."
Die Gemeinsamkeiten beim königlichen Spiel zwischen deutschen und den spielstarken polnischen Sportfreunden besitzt eine lange Tradition. Der Vereinspräsident: „Warum sollen wir in der gemeinsamen Grenz- und Europastadt solch ein Potenzial nicht nutzen? Elzbieta ist schon acht Jahre bei uns. Zehn polnische Spieler spielen inzwischen in Görlitz."
Bis nach Wroclaw reichen die Kontakte. Von dort kam vor zwei Jahren Dominika Hermanowicz, 19 Jahre jung und die Spitzenspielerin. Piotr Kowalak, einst Spieler und Trainer der Görlitzer Männer, hält die grenzübergreifenden Fäden in der Hand.
Alle Mädels, die er mitbrachte, sind geblieben. Der besonderen deutsch-polnischen Zusammenarbeit bedarf es, wenn das Team auswärts spielt. Zum Beispiel in Hamburg. Anett Sänger: „Treffpunkt für uns Deutsche ist Dresden, für die Polinnen die Stadtbrücke. Unterwegs verständigen wir uns über Handy. Dann irgendwo, auf einer Raststätte an der Autobahn, treffen wir uns. Fast auf die Minute." Und wie klappt es mit der Verständigung während des Wettkampfs, im Hotel? „In Englisch." Die Rückfahrt ist einfacher. Bis zur nächsten Runde verständigt sich das Team über E-Mails oder telefonisch. Wieder in Englisch.

Die Damen und ihre Erfolge
bulletVerein: Schachverein Görlitz 1990, 118 Mitglieder, davon 75 in acht Mannschaften aktiv.
bulletKader: Zum Team der 2. Bundesliga beim SV Görlitz 1990 gehören die Damen Dominika Hermanowicz (aus Wroclaw, mit 19 Jahren die Jüngste), Anna Socha, Elzbieta Balkiewicz (beide Legnica), Hannelore Neumeyer (Leipzig), Isolde Adam (Sebnitz) und Anett Sänger (Görlitz). Ersatzspielerin ist Peggy Flemming (Dresden).
bulletSpielorte: Der weiteste Weg führte die Damen nach Hamburg; der kürzeste nach Guben.
bulletErfolge: Nach der Neugründung des Vereins 1991/92 erstmals in der 2. Bundesliga. 1997/98 Abstieg in die Regionalliga. Sofortiger Wiederaufstieg, seitdem wieder 2. Bundesliga.
bulletSportjahr 2006: Unter acht Mannschaften in der Staffel 3 der 2. Bundesliga belegten die Görlitzer Damen einen sehr guten dritten Platz. 2006 wurde auch der Grundstein für den derzeitigen zweiten Platz nach fünf Runden gelegt
59 Minuten später begonnen...

... und doch noch ein Remis erreicht. Auf diese besondere Leistung kann Hannelore Neumeyer (ehemals Liebs) verweisen. Anett Sänger erinnert sich: „Wir spielten 2. Bundesliga in Dresden. Alle waren wir pünktlich da. Nur Hannelore nicht. Plötzlich erreichte uns die Nachricht, dass sie zwischen Leipzig und Dresden mit ihrem frisch gekauften und viel gefahrenen Rover liegen geblieben ist. Nach vergeblichem Mühen gaben die ADAC-Leute auf und stellten einen Ersatzwagen. Das brauchte Zeit. Der Spielbeginn war so nicht zu schaffen. Die Begegnung lief an. Wir hofften, dass Hannelore bald aufkreuzt. Denn das Reglement besagt, dass nach 60 Minuten ihre Zeit abläuft. Dann geht der Punkt kampflos an den Gegner ab. Hannelore schaffte es. Sie saß fünf Minuten vor dem Zeitlimit am Tisch und begann ihre Partie." Trotz fehlender Zeit eine klasse Leistung.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 25. Januar 2007

© 2001-2010 Anett Sänger *** Schachverein Görlitz 1990 e. V.
letzte Aktualisierung am 02. September 2010