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Pressespiegel SV Görlitz 1990

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Titelverteidiger gewinnt erneut

Der Internationale Großmeister Sergej Ovsejevitsch entscheidet das XXIV. Äskulap-Turnier ungeschlagen für sich

von Jonas Schindler

Nach vier aufregenden Tagen waren die Sieger der vier Görlitzer Turniere schließlich ermittelt. Über 170 Teilnehmer aus jeder Alters- und Leistungsklasse begegneten sich bei spannenden Partien, um die Sieger der jeweiligen Turniere zu ermitteln.

XXIV. ÄSKULAP-OPEN

Seit Mittwoch rangen 88 Teilnehmer in interessanten Begegnungen um die besten Züge. Vor allem die 13 Titelträger hatten sich vorgenommen, Vorjahressieger und Topfavorit IGM Sergej Ovsejevitsch als Schachkönig zu beerben. Doch schon in der zweiten Runde stellten sich die ersten Überraschungen ein. So unterlagen die Internationalen Meister Mikhail Zaitsev und Drazen Muse gegen ihre deutlich schwächer eingeschätzten Gegner und fielen so im Ringen um den Gesamtsieg weit zurück.
Aber auch IM Michal Luch und und IM Virginius Dambrauskas mussten schon in Runde zwei Federn lassen und gaben jeweils einen halben Zähler ab. In der vierten Runde begannen die ersten Titelaspiranten, sich vom Hauptfeld abzusetzen. So bezwang Sergej Ovsejevitsch seinen Kontrahenten IM Zbigniew Ksieski in einer spannenden Partie und setzte sich mit Krystian Kuzmicz und FM Mike Stolz, die nach ihren Siegen in diesem Durchgang ebenfalls vier Zähler vorweisen konnten, an die Tabellenspitze.

Vorentscheidung am Freitag
Sergej Ovsejevitsch war nicht zu schlagen

Sergej Ovsejevitsch dachte offensichtlich genug nach.

Freitagnachmittag schließlich rückte der Turniersieg für Titelverteidiger Ovsejevitsch deutlich näher, als er sich nach starkem Spiel gegen FIDE-Meister Mike Stolz durchzusetzen vermochte und auch Krystian Kuzmicz nicht über eine Punkteteilung herauskam. Mit fünf Punkten und einem halben Zähler Vorsprung zu Kuzmicz und Paul Zwahr ging der Großmeister nun in den letzten Spieltag.
Während sich Ovsejevitsch und Kuzmicz am Spitzenbrett mit einer Punkteteilung zufriedengaben, musste der junge Dresdner Paul Zwahr eine bittere Niederlage gegen IM Mikhail Zaitsev, der sich nach seiner frühen Niederlage wieder an die Spitzengruppe aufschloss, verbuchen. Damit lag der Ukrainer vor der letzten Runde weiter mit einem halben Zähler vor seinen ärgsten Kontrahenten. Nur eine Niederlage gegen Sopur Lech hätte IGM Sergej Ovsejevitsch den erneuten Turniersieg noch verhageln können.
Nachdem die ärgsten Verfolger jeweils nur einen halben Zähler aus der letzten Runde einfuhren, wäre Lech mit einem Erfolg der überraschende Turniersieg zugefallen. Doch trotz reichlicher Bemühungen, Großmeister Ovsejevitsch zu entthronen, reichte es nur zu einem Remis und somit zum erneuten Turniersieg des Top-Favoriten vor Krystian Kuzmicz und FM Mike Stolz. Sopur Lech musste sich mit dem vierten Rang zufrieden geben, Zaitsev wurde Sechster.
Bester Görlitzer wurde Dariusz Soltys, der in diesem Turnier Großartiges leistete. Mit einem Remis und den überzeugenden Siegen über die deutlich stärker eingeschätzten Christoph Beyer, Christian Noack und Tino Proschmann spielte sich der Görlitzer auf einen tollen 39. Platz. Der erste Preis für den besten Spieler in seiner Leistungsgruppe sollte seine starke Leistung würdigen.
Mit ebenfalls 3,5 Punkten, aber einer deutlich schlechteren Feinwertung belegte Jonas Schindler einen passablen 53. Platz. Ullrich Praum belegte mit zwei Zählern Platz 80, und Peggy Flemming kam mit einem Punkt nicht über Rang 88 hinaus.

Bei der Siegerehrung nach Ende der letzten Runde gratulierten der Görlitzer Bürgermeister Ulf Großmann, Vereinspräsident Siegfried Müller und Organisationsleiter Günther Pätzold Siegern und Platzierten, würdigten den guten Turnierverlauf und richteten den Blick schon auf das Jahr 2008, wenn das Äskulap seinen 25. Geburtstag feiert.

V. APOTHEKEN-TURNIER

Die Görlitzerin Anett Sänger erspielte beim Apotheken-Turnier den Bronzeplatz

Die Görlitzerin Anett Sänger erspielte beim Apotheken-Turnier den Bronzeplatz.
(Fotos: P. Wilhelm)

Mit über 50 Teilnehmern hat sich der "kleine Bruder" des Äskulaps als beliebte Ergänzung zum großen Open entwickelt. Da das Apotheken-Turnier nur für Spieler bis zu einer bestimmten Spielstärke zugänglich ist, bietet es vor allem schwächeren Spielern eine gute Möglichkeit, erfolgreich zu sein.
Hier galt zu Turnierbeginn die Görlitzerin Anett Sänger als Titelfavoritin, nachdem sie im vergangenen Jahr mit dem undankbaren vierten Rang vorlieb nehmen musste. Doch als die Lausitzerin aus den ersten vier Runden nur 2,5 Punkte holte, schienen alle Titelträume in weite Ferne zu rücken.
Besonders hervor tat sich der Görlitzer Werner Strozewski, der bis dahin alle vier Partien für sich entscheiden konnte und zu Beginn der Runde fünf das Teilnehmerfeld anführte. Doch im Duell mit Jan-Eric Meißner, der selbst erst einen halben Punkt vergab, drehte sich für den Neißestädter das Blatt. Nach einer langen Partie musste sich der Görlitzer schließlich geschlagen geben und fand seitdem auch nicht mehr ins Spiel zurück. Auch in der sechsten und siebten Runde unterlag Werner Strozewski und landete schließlich auf Platz 15.
In Runde sechs sollte nun die Vorentscheidung für den Turniersieg fallen. Am Spitzenbrett trafen Eduard Dreyer und Jan-Eric Meißner aufeinander, die beide mit 5,5 Punkten beste Chancen auf den Turniersieg hatten. Schließlich gelang es Eduard Dreyer die Spitzenbegegnung für sich zu entscheiden und so dem erhofften Turniersieg einen gewaltigen Schritt näher zu kommen. In der finalen Runde genügte Dreyer nun ein Remis gegen Matthias Sander, um das Turnier souverän für sich entscheiden zu können.
Platz zwei belegte Matthias Sanders, dritte wurde Anett Sänger, die nach einem holprigen Start keinen weiteren Zähler mehr abgab und so noch den Bronzerang erkämpfte.
Besonders erwähnenswert waren die Leistungen von Felix Özkul. Das Görlitzer Nachwuchstalent zeigte bei seinem ersten großen Turnier gute Partien und holte mit drei Punkten einen überzeugenden 34. Rang. Weniger zufrieden konnten dagegen Georg Rönsch (4), Andreas Krakow (3,5), Manfred Reimann (2) und Dr. Ralf Krowke (2) sein, die hinter ihren Erwartungen zurückblieben. Philipp Noack holte mit 2,5 Punkten einen akzeptablen 40. Platz.

ÄSKULAP-JUNIOR

Auch die Nachwuchsspieler überzeugten durch gute Partien. Bei den Jüngsten setzte sich nach fünf starken Runden der Nieskyer Andreas Kirsten durch. Mit fünf Siegen aus fünf Partien erspielte er sich souverän den ersten Platz. Bei den unter 14-jährigen setze sich schließlich Tim Meier vom SC Oberland mit ebenfalls fünf Siegen gegen seine Konkurrenz durch. In der U10 holte der Görlitzer Leon Hess mit einem Punkt den neunten Rang. Vincent Hoffmann erspielte sich mit drei Zählern einen guten 14. Platz in der U14.

FREIZEIT-TURNIER

Ebenfalls spannend ging es bei den nichtaktiven Schachspielern zur Sache. Bis zur letzten Runde war der Turniersieg noch offen. Swen Stundzik erspielte sich im letzten Durchgang noch den Gesamterfolg, nachdem der Nieskyer Heimo Dünzel unterlag und so auf Platz zwei zurückfiel.
Spannende Begegnungen und hochkarätige Partien ließen das XXIV. Äskulap erneut zu einem sportlichen Großereignis in der Neißestadt werden. Eine gelungene Veranstaltung für Organisatoren, Sponsoren und Spieler, was besonders dem gastgebenden Görlitzer Schachverein zu verdanken ist.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 12. April 2007

© 2001-2010 Anett Sänger *** Schachverein Görlitz 1990 e. V.
letzte Aktualisierung am 02. September 2010