|
|
Altstadtfest vom 27. bis 29. AugustÖffnet die Augen und staunet ...denn die Crème de la Crème der Mittelalterszenerie und der Historienspiele wird sich zum 10. Altstadtfest in Görlitz ein Stell-dich-ein geben. Für das Jubiläum ist (fast) alles vorbereitet und das Fest kann beginnen. Der Obermarkt bietet den Besuchern wie jedes Jahr ein buntes Händlertreiben mit vielen verschiedenen kulinarischen Leckereinen und zünftigen Gerichten, ausgefallenen Cocktails und des Görlitzer liebsten Hopfensaftes. Auf eine Bühne wird nicht nur aus Kostengründen verzichtet: da in Zgorzelec, nahe der Dreiradenmühle, ebenfalls eine Bühne zu finden sein wird, sollen die Schwerpunkte des Bühnengeschehens auf beide Stadtteile verlagert werden. Auf der Brüderstraße beginnt dann die Reise in vergangene Zeiten. Ausgesuchte historische Händler bieten vom Untermarkt bis zum Waidhausplatz ihre qualitativ hochwertigen Waren feil und lassen Görlitz erneut im Glanze der einstigen Handelsstadt an der via regia erstrahlen. Unzählig Spielluden, Gaukler, Feuerkünstler und herumfahrendes Volk in anmutender Kostümierung durchziehen mit ihren Programmen die Stadt, um das Volk zu erheitern und zu verführen. Die altehrwürdigen Handwerkstechniken – vom heißen Schmiedefeuer bis zum kampfbereiten Schwert, vom Baumstamm bis zur badefertigen Wanne, vom unbeschlagenem Stein bis zum Ornament – versprechen ein authentisches Eintauchen in das Leben unserer Großeltern und deren Vorfahren. Auf der großen Mittelalterbühne auf dem Untermarkt werden u.a. Farfarello, Cultus Ferox, Potentia Animi und die Gruppe Horch aufspielen. Peitschende E-Gitarrenklänge im Trommelwirbel der Pauken, getrieben von kraftvollen Dudelsäcken und Geigen mit feurigen Einlagen fordern zum Tanz der Unermüdlichen. Auf der Nikolaistraße und auf dem Waidhausplatz dominieren die Historiendarsteller, wobei die Künstler die kleinen und großen Aufgaben unserer heutigen Zeit in ihrer komödiantischen Art und Weise mit einbeziehen. Ein weiterer Höhepunkt des Festes ist die dreitägige Öffnung der Altstadtbrücke. Somit können die Besucher problemlos die Neiße überqueren, um das Fest auf beiden Seiten genießen zu können. Durch ein großes Feuerwerk nahe der Altstadtbrücke findet am Sonntag Abend das 10. Görlitzer Altstadtfest ein bezauberndes Ende.
Klappern gehört zum Handwerk ... und zu Zeiten knapper (Altstadtfest)Kassen müssen nicht nur Wege sondern auch sprichwörtlich Mittel gefunden werden, um dieses Spektakel zu finanzieren. Mithelfen dabei kann jeder, ob mit dem Kauf eines Pins für 2,50 Euro, dem Erwerb von Aktien oder Sponsoring in Dimensionen, denen wir keine Grenze setzen wollen ... Der Pin fürs Gewandt Das 10. Görlitzer Altstadtfest steht im Zeichen des Trommlers. Das Motiv "Der Trommler" ist dieses Jahr nicht nur auf den Plakaten und Flyern zu sehen, sondern auch an den Kleidern hoffentlich zahlreicher Bürger. Eigens für das Fest, für Sammler und Unterstützer, wird eine Anstecknadel (neudeutsch Pin) produziert. Für 2,50 Euro kann dieser käuflich erworben werden. Die Erlöse werden ausschließlich für die Refinanzierung des qualitativ hochwertigen Programms verwendet. Die Aktie Das Altstadtfest geht an die "Börse". Erstmalig in der Geschichte des Görlitzer Altstadtfestes werden Gönnern, Mäzenen, Spekulanten und risikobereiten Bürgern die Möglichkeiten gegeben in das größte Görlitzer Fest zu investieren. Die Forderung nach Konkretisierung zu einem qualitativ hochwertigen Historienspektakel verlangt nach neuen Wegen der Finanzierung, denn Qualität hat seinen Preis. Das Einsteigermodell ist die Aktie für 10,- Taler (sprich Euro). Die Gewinnausschüttung wird vom 27. bis 29. August in Form von Jubel, Trubel, Heiterkeit in den Gassen und auf den Plätzen der alten Stadt Görlitz erfolgen. Doch auch Spekulanten wird mit dem Erwerb dieser Aktie Tür und Tor geöffnet. Als "Bonus" erhält Mann wie Frau zusätzlich einen der Altstadtfest-Pins. Spekulativ kostet somit die Aktie nur noch 7,50 Euro. Hinzu kommt eine Antwortkarte, hierauf findet sich die gleiche Ausgabenummer, die auch auf der Aktie verzeichnet ist. Diese Karte, zurückgeschickt oder abgegeben, wandert sodann in den großen Lostopf und zum Finale des Festes erfolgt alsdann eine nochmalige Gewinnausschüttung in Form von Sachpreisen, Gutscheinen und anderen Überraschungen. 2.000 dieser Aktien werden ausgegeben – rund 60 Optionsscheine wurden bereits vor dem "Börsengang" gezeichnet. Mit einer Reise für 2 Personen nach Ägypten (1 Woche Nilkreuzfahrt, 1 Woche Badeurlaub am Roten Meer) oder einem einwöchigen Urlaub für Zwei in Österreich winken übrigens die dicksten "Gewinnausschüttungen". Für die Unterstützung der besonderen Art, wird es "Die Goldene Aktie" geben. Hierbei refinanzieren die Förderer mit je 100,-€ die kulturellen Highlights im Jubiläumsjahr. Auf eine Dividende wird selbstverständlich verzichtet. 111 dieser Goldenen werden in den Umlauf gebracht.
Die Altstadtfest-AuktionAlles was nicht niet- und nagelfest ist soll unter den Hammer kommen. Ausgefallenes wie Profanes, Skurriles wie Rares. Unter dem Verkäufernamen altstadtfest-2004 wurde beim Internetauktionator eBay eine Handelsplattform hierfür geschaffen, die unter www.ebay.de zu finden ist. Die Erlöse dieser Auktionen fließen selbstverständlich ebenfalls in den Altstadtfest-Topf. Unter den Hammer kommt so z.B. ein original Phillips "Party-Boy" aus den 60-er Jahren (mobiler Plattenspieler mit integrierten Lautsprechern) – an sich schon ein begehrtes Sammlerobjekt, dieses wurde jedoch noch aufgewertet durch eine Widmung sowie Autogramm von Bill Ramsey, die sich auf dem Deckel des Party Boys befinden. Mit dabei noch eine LP der größten Ramsey Hits, selbstverständlich auch mit Original Autogramm versehen. Weiterhin zur Versteigerung kommen z.B. eine Single der Tremelos – ebenfalls mit Originalautogrammen der gesamten Band, Görlitzer Stadtwappen aus Meissner Porzellan und ... und ... und. Die Auktionen starten am 1. Juli 2004. Der Weg zur Auktion: www.ebay.de aufrufen, auf der Menüleiste ???Suchen“ anklicken, wenn Suchmaske auftaucht "Nach Verkäufer" anklicken und im Suchfeld altstadtfest-2004 eingeben. Suche starten und dann kräftig bieten (kostenlose Registrierung bei eBay ist nötig)
Die Sponsoren Ohne Sponsoren und Sponsoring könnte dieses Fest nicht
gefeiert werden! Bereits jetzt daher ein herzliches Dankeschön an: Niederschlesische Sparkasse, Landskron Brauerei, Deutsche Post AG, K-Plak, Sächsische Zeitung und all denen, mit denen wir derzeit noch in Verhandlungen stehen ...
Fahrplanangebot im Abendverkehr Anlässlich des 10. Görlitzer Altstadtfestes erweitert die Verkehrsgesellschaft Görlitz GmbH das Fahrplanangebot im Abendverkehr am 27. und 28. August 2004. Alle Informationen unter: vgg.stadtwerke-goerlitz.de
Programm Hauptbühne Untermarkt
Programm Obermarkt
Ganztägig und an allen Tagen werden Auftritte von Gauklern, Spielluden und
Schauspielern stattfinden. "Mobile Künstler" verbinden den historisch
gestalteten Untermarkt und das Händlertreiben auf dem Obermarkt. An allen Tagen: Historisches Treiben und Budenzauber mit Handwerkern, Backofen, einem Märchenerzähler und der Gruppe "Die Scharlatane".
Programm Waidhausplatz Auf der mittelalterlichen Bühne werden wie jedes Jahr die Darsteller und Spielluden ihr Können wie im Mittelalter zum Besten geben. Mit dabei sind:
Programm Vierradenmühle Das Programm an der Vierradenmühle ist noch in Vorbereitung, auf Grund der kurzfristigen Ausnahmegenehmigung zur Begehung der Altstadtbrücke für die Besucher. Insgesamt werden auf dem Festgebiet ca. 30 moderne und 60 historische Händler ihre Waren feil bieten. Die ausgewählten Händler bieten den Besuchern ein breites Spektrum der Warenvielfalt aus den vergangenen Jahrhunderten bis Heute. Über 30 Handwerker lassen die Besucher in eine Welt der traditionellen Handarbeit eintauchen. Für das leibliche Wohl sorgen ca. 30 moderne und 20 historische Gastronomen.
Sonderpostamt Wie im Vorjahr unterstützt die Deutsche Post AG das Görlitzer Altstadtfest mit einem Sonderpostamt in der Flüsterbogenhalle am Untermarkt. Das "Team Erlebniswelt Briefmarke" hat hierzu noch die restlichen Görlitz-Briefmarken "gebunkert" und wartet erneut mit einem Sonderstempel auf. Das Motiv und Thema: "500 Jahre Heiliges Grab zu Görlitz"!
Programm Jacob-Böhme-Fest Zgorzelec Bühne vor der Dreiradenmühle, Jahrmarkt und Budenzauber rund um den Postplatz, Händlermeile, Kunsthandwerk, Gastronomie und Flohmarkt entlang der Neiße. Das genaue Programm ist derzeit in Erarbeitung und wird bei einem weiteren gemeinsamen Pressegespräch in Zgorzelec vorgestellt.
Die Künstler
Der Pönfall – Historienspektakel zum Altstadtfest ... dass die Dörfer der Lausitz heute mit ihren herrlichen Umgebindehäusern prangen, liegt einzig und allein am Pönfall. Die Lausitz blieb das ganze Mittelalter eigenständig, hatte keinen Landesfürsten, aber zum Schutz und Gedeih den Sechsstädtebund mit erheblichen Privilegien. So wurden sie und der König reich und wohlhabend. Das gefiel natürlich dem ökonomisch und juristisch schlecht dastehenden Landadel überhaupt nicht. Da kam der Zufall dem verärgerten Adel zu Hilfe. Da die Städte sehr früh zur Reformation übergingen, aber einem katholischen König treuepflichtig waren, kam es zur Gretchenfrage. Der König musste in katholischer Mission den reformierten Glaubensbrüdern der Sechsstädte in Sachsen und Thüringen den Krieg erklären und forderte eine Streitmacht des Bundes an. Nach besten Wissen entschied man sich – wie von Ehrenleuten zu dieser Zeit erwartet – gegen das Hemd für den Rock, sprich Herrentreue ging vor Glaubens- und Familienbande. Für einen gewissen Zeitraum wurde das Aufgebot erbracht. Die Zeit verging, ohne dass die Rekrutierten gegen die Protestanten kämpfen mussten. Wenige Tage vor Ablauf der Frist zog man in Richtung Heimat zurück, um zu Fristablauf pünktlich und aufatmend zu Hause zu sein. So erreichte die Nachricht zur Entscheidungsschlacht bei Schmalkalden die Sechsstädter nicht mehr rechtzeitig und der Krieg wurde ohne sie vom König gewonnen. Der Landadel der Lausitz schickte jedoch einen ihrer Juristen zwecks Madigmachung der Bürger zum König. Es gelang. Obwohl völlig unerheblich für den Sieg, bestrafte (verpönte – Pön ist eine alte Wortvariante zu Pein/Bestrafung) der König die Städte völlig unangemessen, ja maßlos. Neben unmöglich hohen Geldbusen (Görlitz zahlte entsprechend das meiste), Ablieferung aller Kanonen, riesiger ländlicher Besitzungen und Verbote des Waffentragens, Auslieferung von Bürgern etc. verloren die stolzen Städte das Heiligste, was sie besaßen: Ihre Privilegien. Das heißt, beispielsweise ihre alleinigen Braurechte, Handels-, Rechtssprechungs- und vor allem die Webrechte. Von Zerstörungen, Hinrichtungen, Bränden, Krankheiten kann sich eine Stadt vielleicht erholen und wie Phönix aus der Asche steigen, vom Verlust ihrer Privilegien eher kaum. So geschah es mit Görlitz und den anderen Städten des Bundes. Zwar konnten sich die Bürger vieles ihres im Schweiß erworbenen Besitzes zurückkaufen, auch viele Privilegien, aber für manches war es schon zu spät. Ade, du schönes Webrecht, denn jetzt wurde in allen Dörfern gewebt, das war nicht mehr rückgängig zu machen. Nicht von Gold und Seiden, sondern von Bier und Tuch waren die Sechsstädte mühsam reich geworden. Ganz erholt hat man sich von diesem Adelstreich nie, der als Pönfall der Lausitz in die Analen der Geschichte einging, weil solch ein Fall (im wahrsten Sinne des Wortes) im Europa des ausgehenden Mittelalters seinesgleichen nicht findet. Und doch, untergekriegt hat man keine der Sechsstädte. Übrigens ist die Lausitzer Variante, ein Haus mittels
Umgebinde vor den Vibrationen des rhythmisch bewegten Webstuhls zu schützen, ist
eine der schönsten... Und wo wären sie heute noch erhalten, wenn die Dörfer sie
nicht hätten errichten können, weil es sonst für sie kein Webrecht gegeben
hätte? gerettet aus dem Cache von google.de |
© 2001-2008
Anett Sänger ***
Schachverein Görlitz 1990 e. V. |