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Die Görlitzerin Hannelore Liebs gewinnt überraschend
die Silber-Medaille bei den Deutschen Meisterschaften
Mit dem größten Erfolg in der Geschichte des
Schachvereins Görlitz 1990 kehrte Hannelore Liebs von der Deutschen
Meisterschaft der Frauen aus dem hessischen Bad Brückenau zurück. Die
Bundesligaspielerin aus der Neißestadt war die große Überraschung unter den
30 Teilnehmerinnen beim diesjährigen Championat. Hannelore Liebs, seit Jahren
das Aushängeschild des Görlitzer Schachvereins, startete mit zwei Siegen
furios in die Meisterschaft.
Besondere Beachtung fand ihr Erfolg gegen die mitfavorisierte internationale
Titelträgerin Mira Kierzek vom SC Fulda in der zweiten Runde. Von Polina
Zilvermann von der FTG Frankfurt/M. und der am Ende drittplatzierten und
international sehr erfahrenen Mitfavoritin auf den Titel, Diana Skibbe vom TSV
Zeulenroda, trennte sich die Neißestädterin jeweils unentschieden. Nach einem
weitere Erfolg gegen Hannelore Kube von Medizin Erfurt, lag Hannelore Liebs nach
Halbzeit des Titelkampfes überraschend mit vier Punkten aus den ersten fünf
Runden im Spitzenfeld. Die einzige Niederlage der 46-Jährigen in der sechsten
Runde gegen Heike Vogel vom ISC Freibauer Eikamp sollte bereits die
Meisterschaft entscheiden: Die Mitfavoritin aus Nordrhein-Westfalen schmückte
sich am Ende mit dem Titel. Im Schlussdrittel dieser Deutschen Meisterschaft
zeigte Hannelore Liebs dann wieder einmal ihren großen Kampfgeist. Dank zweier
Siege gegen Stefanie Schulz vom SK König Tegel Berlin und Maria Specht von der
SG Augsburg festigte sie den dritten Platz. Mit dem dritten Punkt in Folge
bezwang sie auch noch Doris Tischer vom SC Suhl. Dies bedeutete sogar den vorher
nicht für möglich gehaltenen zweiten Rang. Als neue deutsche Vizemeisterin im
Schach krönte Hannelore Liebs damit nicht nur eine überaus erfolgreiche
Saison. Die Vizepräsidentin des SV Görlitz 1990, die zudem eine umfangreiche
ehrenamtliche Arbeit leistet, steigerte darüber hinaus ihr hervorragendes
Abschneiden des Vorjahres. (awß)
Quelle: Sächsische Zeitung vom 9. August 2002